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Kapitel · 20

Nachbarschaft und Zusammenleben

Interaktives Kapitel·Nachbarn, Hausordnung, Vermitteln — das Zusammenleben im Haus·Lesen · Hören · Schreiben · Sprechen
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Könnten Sie mir bitte kurz mit dem schweren Sofa helfen?
Konjunktiv II der Höflichkeit: „könnten“ macht aus „Helfen Sie mir“ eine höfliche Bitte. So fragt man Nachbarn natürlich um einen Gefallen.
Würden Sie bitte beim Verlassen des Hofs das Tor wieder schließen?
„Würden Sie bitte …?“ + Infinitiv (schließen). Die zweite Standardform der höflichen Bitte; sie klingt freundlich und nicht wie ein Befehl.
Dürfte ich Sie um etwas mehr Rücksicht am späten Abend bitten?
Auch „dürfte“ (Konjunktiv II von „dürfen“) wird höflich verwendet: „Dürfte ich … bitten?“ ist besonders zurückhaltend und vermeidet Streit.
Im Hausflur darf man wegen des Brandschutzes nichts abstellen.
Modalverb „dürfen“ objektiv: ein Verbot, das für alle gilt. „wegen des Brandschutzes“ nennt den Grund (Genitiv: wegen + Genitiv).
Wer die Waschküche benutzt, muss sie danach sauber hinterlassen.
Modalverb „müssen“ objektiv: eine Pflicht. „sauber hinterlassen“ heißt: so sauber zurücklassen, wie man sie vorgefunden hat.
Laut Hausordnung soll man die Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr einhalten.
Modalverb „sollen“ objektiv: eine Erwartung oder Anweisung von außen (hier: die Hausordnung verlangt es). „einhalten“ = sich an eine Regel halten.
Die Nachbarin, die im Erdgeschoss wohnt, gießt im Urlaub immer meine Blumen.
Relativsatz im Nominativ: „die … wohnt“. „die“ ist Subjekt und passt zu „die Nachbarin“ (feminin). Das Verb steht am Ende des Relativsatzes.
Der Stellplatz, den ich gemietet habe, ist seit Tagen zugeparkt.
Relativsatz im Akkusativ: „den ich … habe“. „den“ ist Objekt (ich habe den Stellplatz gemietet), maskulin von „der Stellplatz“. „zugeparkt“ = von einem anderen Auto blockiert.
Das ist genau der Punkt, der in jeder Eigentümerversammlung für Streit sorgt.
Relativsatz im Nominativ: „der … sorgt“. „der“ ist Subjekt und passt zu „der Punkt“. „für Streit sorgen“ = einen Streit verursachen.
Obwohl wir es schon mehrmals freundlich gesagt haben, stellt er den Müll wieder daneben.
Konzessiver Nebensatz mit „obwohl“: ein Gegensatz zur Erwartung. Verb am Ende: „obwohl wir … gesagt HABEN“. „danebenstellen“ = nicht in die Tonne, sondern daneben.
Die Musik war wirklich laut; trotzdem wollte ich nicht gleich die Polizei rufen.
„trotzdem“ ist ein Adverb (kein Nebensatz-Einleiter) und steht meist am Satzanfang; danach kommt sofort das Verb: „trotzdem WOLLTE ich“. Es drückt aus: Obwohl etwas so war, handelt man anders.
Wie löst ihr das eigentlich bei euch, wenn sich zwei Nachbarn nicht einig werden?
Eine offene Frage zum Zusammenleben — mit „wenn“ für den wiederkehrenden Fall. So lädt man das Gegenüber ein, vom eigenen Umgang mit Konflikten zu erzählen.